Dieses ist keine rechtsverbindliche Auskunft!

Änderungen und Irrtümer sind möglich! Lassen Sie sich von einem Steuerberater unterstützen!

Wer eine Photovoltaik Anlage auf seiner Immobilie installiert oder eine solche erwirbt, wird aus steuerlicher Sicht zum Gewerbetreibenden.

Dieses ergibt sich durch die Einspeisevergütung, mit der ein Gewinn erzielt wird.

Betreiber einer PV-Anlage, die den gewonnenen Strom teilweise selbst nutzen und teilweise gegen Entgeltzahlung ins öffentliche Stromnetz einspeisen, sind aus Sicht des Finanzamtes Gewerbetreibende.
Welche Steuern abzuführen sind, hängt u.a. von der Grösse der Anlage ab.
Das Finanzamt kann folgende Steuerarten auf eine PV Anlage erheben:

Einkommenssteuer
Gewerbesteuer
Umsatzsteuer, auch Mehrwertsteuer genannt
Grunderwerbssteuer

Einkommenssteuer

Erzielt eine PV Anlage einen Gewinn, müssen Sie Einkommenssteuer auf Ihre Einspeisevergütung zahlen!
Führen Sie folgende Rechnung durch: Erlöse (Einspeisevergütung) minus Betriebskosten (inkl. Wartungs- und Reparaturkosten, Versicherungen etc.) gleich Gewinn!
Die Einkommenssteuer wird jährlich an das Finanzamt abgeführt.

Allerdings  können Betreiber von Soalranlagen bis 10 Kilowatt sowie bei kleinen Blockheizkraftwerken bis zu 2,5 Kilowatt seit kurzem durch einen schriftlichen Antrag ohne weitere Prüfung durch die Finanzämter feststellen lassen, daß sie keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen.
Bei der Veranlagung zur Einkommenssteuer bleiben dann sowohl Gewinne und Verluste aus dem Betrieb der Anlage unberücksichtigt.

Lesen Sie dazu unseren Blogbeitrag “Liebhabereiwahlrecht

Gewerbesteuer

Beträgt der Gewinn aus einer PV Anlage mehr als 24500€, so muss der Betreiber ein Gewerbe anmelden und Gewerbesteuer abführen!
Liegt der Gewinn unter dieser Grenze, wie es für die meisten Anlagen gelten dürfte, stuft das Finanzamt dieses als “Bagatelle” ein und
eine Gewerbeanmeldung ist nicht erforderlich. Entscheidend ist der tatsächliche Gewinn (Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben).

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist unabhängig davon, ob die Anlage einen Gewinn oder Verlust erwirtschaftet (Ausnahme: Kleinunternehmerregelung)!
Es geht darum, ob regelmäßig mehr als die Hälfte des PV Stroms in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.
Ist das der Fall, muss die Umsatzsteuer (zunächst) monatlich an das Finanzamt abgeführt werden. Nach etwa einem Jahr kommt für gewöhnlich das Finanzamt auf Sie zu und ermöglicht Ihnen, den Betrag jährlich wegen der Geringfügigkeit abzuführen.
Die Umsatzsteuer, auch Mehrwertsteuer genannt ist auf der Gutschrift Ihres Netzbetreibers für den von Ihnen eingespeisten Strom explizit ausgewiesen.

Der große Vorteil durch die Verpflichtung zur Zahlung von Umsatzsteuer:
Die im Anschaffungspreis enthaltene Umsatzsteuer (MwSt) wird vom Finanzamt erstattet!

Kleinunternehmerregelung

Hierüber besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, eine Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht zu erreichen:
Von der Umsatzsteuerpflicht kann derjenige Unternehmer befreit werden, der im vergangenen Jahr einen Jahresumsatz (inkl. anfallender Steuern) von weniger als 17.500 Euro hat.
Zudem darf der zu erwartende Jahresumsatz im laufenden Kalenderjahr nicht mehr als 50.000 Euro betragen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so kann der Unternehmer einen Antrag auf Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht stellen.
Wird der Antrag vom Finanzamt anerkannt, muss der Unternehme keine Umsatzsteuer ausweisen und abführen und unterliegt nicht mehr den strengen Regeln Buchhaltung.

Der große Nachteil: Sie können die Umsatzsteuer, die Sie für den Kauf, die Wartung und die Reparatur der Photovoltaik-Anlage gezahlt haben und zahlen, nicht steuerlich beim Finanzamt geltend machen. Das wiegt mitunter schwerer.

Grunderwerbssteuer

Die Grunderwerbssteuer ist dann von Bedeutung, wenn eine Immobilie mit einer bereits vorhandenen PV-Anlage erworben wird. Wichtig ist dabei, wie die PV-Anlage installiert wurde:

PV-Anlagen, die auf dem Dach installiert wurden (Aufdach-Anlage):
Es muss auf den Kaufpreis der PV-Anlage KEINE Grunderwerbssteuer entrichtet werden.

Die PV-Anlage wurde in das Dach integriert (Indach-Anlage):
Dann muss auch auf den Kaufpreis der PV-Anlage Grunderwerbssteuer gezahlt werden.

Betreiber von Solaranlagen sind immer Unternehmer

Wer eine PV-Anlage betreibt, erhält vom Finanzamt einen Fragebogen für Existenzgründer zugeschickt!
Es gibt zwei Möglichkeiten für Betreiber kleiner PV Anlagen:

Kleinunternehmerreglung
Regelbesteuerung

Die Kleinunternehmerreglung

Es darf nur Kleinunternehmer sein, wer:

im letzten Jahr weniger als 17.500,- € Umsatz im Jahr gemacht hat und dieses Jahr voraussichtlich nicht über 50.000,- € Umsatz erwirtschaften wird.
Sofern diese Umsatzgrenze eingehalten wird, ist man zunächst automatisch Kleinunternehmer. Private Betreiber einer PV-Anlage haben in der Regel keine Probleme, diese Umsatzgrenzen einzuhalten.

Die Regelbesteuerung

Bei der Regelbesteuerung verzichtet man auf die Kleinunternehmerreglung und gilt beim Finanzamt als Unternehmer. Dieser Verzicht ist für fünf Jahre bindend.

Vorteile

Keine Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch

Einfache Handhabung mit einer Einnahme Überschuss Rechnung

Nachteile

Keine Rückerstattung der Vorsteuer für die Anschaffungskosten der Photovoltaik-Anlage

Keine Rückerstattung der Umsatzsteuer für Betriebs- und Wartungskosten

Vorteile

Höhere Rendite

Vorsteuererstattung vom Finanzamt für die Anschaffungskosten der Photovoltaik-Anlage

Umsatzsteuer für Betriebs- und Wartungskosten zurückerhalten

Nachteile

Umsatzsteuer auf selbst verbrauchten Strom ans Finanzamt zahlen

Erhobene Umsatzsteuer der Einspeisevergütung an das Finanzamt abführen

Mehraufwand durch eine erschwerte Buchhaltung (GuV)

Vorteil:
Die Kleinunternehmerregelung besteht in einer simplen Handhabung. Es ist der einfachste Weg, mit den Umsatzsteuern umzugehen. Es fällt keine Umsatzsteuer an, weder auf den eingespeisten Strom, noch auf den Selbstverbrauchten. Folglich muss auch nur eine einfache Einnahmen Überschuss Rechnung für das Finanzamt gestellt werden.

Nachteil:
Die Umsatzsteuer für Anschaffungs-, Wartungs- und Betriebskosten muss man selbst tragen und erhält keine Rückerstattung vom Finanzamt. Folglich ist die Investition für die Solaranlage höher.

Vorteil:
Bei der Abführung der Umsatzsteuer besteht die Möglichkeit zum Vorsteuerabzug. Als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer wird Ihnen die gezahlte Umsatzsteuer zurückerstattet, bzw. mit der Umsatzsteuer aus Strom-Verkäufen verrechnet. Im Anschaffungsjahr der Solaranlage bekommen Sie die beim Einkauf gezahlte MwSt vom Finanzamt erstattet.

Nachteil:
Der Netzbetreiber überweist ihnen die Einspeisevergütung in diesem Fall zuzüglich der Umsatzsteuer. Diese müssen Sie nun monatlich, z.B. über das ELSTER-Portal, an das Finanzamt abführen.
Aber auch der Eigenverbrauch unterliegt der Umsatzsteuer, welche Sie an das Finanzamt zahlen müssen. Für die ersten beiden Jahre muss monatlich eine Umsatzsteuermeldung beim Finanzamt getätigt werden. Danach ist dies in der Regel nur noch jährlich nötig.